Digitalisierung

Leben und Arbeiten in der Welt 4.0.

Der digitale Wandel bestimmt unsere Zukunft. Er hat Auswirkungen auf unsere private und berufliche Welt, auf soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklungen. Veränderungen müssen gestaltet werden. Damit Digitalisierung zu dem wird, was sie verspricht: mehr Freiheit, mehr Flexibilität, mehr Komfort, mehr Möglichkeiten. Auf dieser Themen-Seite setzen sich die Arbeitgeber Baden-Württemberg mit den wichtigen Fragestellungen zur digitalen Transformation auseinander.

Chancen der Digitalisierung
Digitalisierung bedeutet für mich...

VORAUSDENKEN

Digitalisierung ist für mich maßgeblich für neue disruptive Geschäftsmodelle und bislang unbekannte Formen der Zusammenarbeit. Negative Sätze wie "Man kommt nicht daran vorbei" kann ich überhaupt nicht nachvollziehen. Digitalisierung ist für mich DER Treiber von Innovationen. Viele große Unternehmen sind doch nur deshalb so erfolgreich geworden, weil sie digitale Technologien konsequent zu ihrem Vorteil eingesetzt haben.

Dr. Gunther Wobser, Lauda Dr. R. Wobser, Lauda-Königshofen

Gestaltungsbedarf

Digitalisierung ist für mich ein Prozess, der so gestaltungsoffen wie gestaltungsbedürftig ist. Heute und morgen entscheiden wir darüber, wie innovationsfähig unsere Organisationen und wie gut unsere Arbeit übermorgen sein wird. Deswegen geht uns das alle an.

Prof. Dr. habil. Sabine Pfeiffer, Lehrstuhl für Soziologie, Universität Hohenheim

Mein täglich Brot

Digitalisierung ist für mich mein täglich Brot. Als ich mich 2007 für mein Studium eingeschrieben habe, war StudiVZ das Non-Plus-Ultra, Facebook in Deutschland nur den Wenigsten bekannt und der Beruf des Social Media Managers musste erst noch erfunden werden. Heute basiert eine ganze Industrie auf Social Media, ernährt Familien und schafft Wohlstand. Das in Summe ist für mich ein schönes Bild dafür, wie Digitalisierung neue Geschäftsmodelle und Arbeitsplätze schafft und deswegen vor allem eine große Chance darstellt.

Benjamin Rütschle, Referent Social Media und Online-Kommunikation, Karlsruhe

FLUCH UND SEGEN

Digitalisierung ist für mich Fluch und Segen zugleich. Fluch, weil kein Auftraggeber lange warten möchte und praktisch nach dem Druck auf den Auslöser gleich Ergebnisse erwartet. Zudem wird im Digitalzeitalter deutlich mehr fotografiert, wodurch das Auswählen und die Verschlagwortung der Fotos inzwischen mehr Zeit beansprucht als das eigentliche Fotografieren. Segen aber vor allem, weil mir die Bildergebnisse digital sofort vorliegen und noch am Set korrigiert werden können. Ganz ohne zusätzliche Transport- oder Materialkosten sind die Fotos für Redaktionen und Agenturen per Link-Mail sofort verfügbar - von jedem Ort der Welt.

Roland Sigwart, freiberuflicher Presse- und Industriefotograf, Hüfingen

Fortschritt

Digitalisierung ist für mich zu wissen, dass wir zum Überleben ständigen Fortschritt brauchen. Das ermöglicht nur die digitale Technik – genau mein Ding. Früher haben wir zum Beispiel eine ganze Schicht benötigt, um unsere Maschinen für einen neuen Auftrag umzurüsten – heute geht das in 20 Minuten! Anders wäre eine moderne Fertigung auch nicht funktionsfähig.

Roland Schitter, Leiter Technisches Büro beim Reifenhersteller Michelin, Karlsruhe

Zukunft Arbeit

Arbeitsplatz von morgen

Welche Chancen ergeben sich für Beschäftigte und Arbeitgeber aus dem Einsatz von digitalen Technologien am Arbeitsplatz? Ein Besuch im Innovationslabor für Arbeit, Mensch und Technik in Stuttgart zeigt, dass in der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine eine große Chance steckt. Digitalisierung und Industrie 4.0 können einen positiven Beitrag zur körperlichen Gesundheit der Mitarbeiter im produzierenden Gewerbe leisten, denn ergonomischer gestaltete Arbeitsplätze führen zu physischen Entlastungen. Dank Sensortechnik und Big Data können Produktionsprozesse in Echtzeit überwacht und Fehler minimiert werden. Und sogenannte Mixed-Reality-Brillen ermöglichen eine virtuelle Arbeit in Entwicklungsbereichen und können teure Prototypen ersetzen.

Tarifverträge 4.0

Nine-to-five, Acht-Stunden-Tag, Präsenzpflicht, Ruhezeiten – die klassischen Arbeitsmodelle werden durch die Möglichkeiten der Digitalisierung teilweise in Frage gestellt. Ort der Arbeit, ihre Dauer und Lage können in immer mehr Tätigkeitsbereichen unserer Wirtschaft immer flexibler ausgestaltet werden. Zum Vorteil der Arbeitnehmer, die Beruf und Privatleben besser vereinbaren können und zum Vorteil der Arbeitgeber, die von effizient und produktiv genutzten Arbeitszeiten profitieren. Zudem ändern sich die Anforderungsprofile von Stellen. Know-how, das früher erforderlich war, wird in Teilen entbehrlich werden, dafür werden an vielen Stellen neue Kenntnisse und Fähigkeiten gefragt sein. Was bedeutet das für die Tarifregelungen? Sind Tarifverträge überhaupt noch zeitgemäß?

Bildung Digital

Digitale Kompetenz als Schlüsselqualifikation

Die Digitalisierung von Arbeits- und Unternehmensprozessen und der Einsatz von Informations- und Kommunikationstechniken greifen immer mehr ineinander. Damit verändern sich die Anforderungen an Arbeitnehmer. War IT bislang Aufgabe einer Spezialabteilung, werden IT-Kompetenzen zukünftig als Schlüsselqualifikation in nahezu allen Berufsfeldern erforderlich sein. Dies gilt es in allen Phasen der Bildungsbiographie zu berücksichtigen - von der frühkindlichen Bildung in Kindertageseinrichtungen bis zur beruflichen Weiterbildung. Mit passgenauen Inhalten für jede Lebensphase wird der konkrete Umgang mit digitalen Technologien geschult. Zugleich ist es wichtig, ein positives Bewusstsein für die Chancen des digitalen Wandels zu schaffen und so die Veränderungsbereitschaft zu stärken. Dabei wird es darauf ankommen, digitale Kompetenzen mit neuen didaktischen Methoden zu vermitteln.

Bildung auf den Weg bringen

Interesse wecken

Kleinkinder verfügen über ein natürliches Interesse an allem Neuen. Schon in der vorschulischen Phase können die Grundlagen für den Umgang mit digitaler Technik gelegt werden. Dabei geht es um das eigene Entdecken, Erforschen und Experimentieren. So werden positive spielerische Erlebnisse ermöglicht, die die Basis bilden, sich auch später mit digitalen Anwendungen auseinanderzusetzen.

Hildegard Hadek, Erzieherin an der KiTa Sankt Josef in Hüttlingen berichtet über ihre Praxis und Eindrücke.  Michael Fischer, Lehrer an der Technischen Schule Aalen, beschreibt den Ansatz und Wert der digitalen Früherziehung für die spätere schulische Laufbahn. 

Frage 1

Obwohl Kinder heute sehr früh mit elektronischen Medien in Berührung kommen, lehnen viele Kindergärten und -tagesstätten den Einsatz digitaler Medien ab. Was hat Sie dazu bewegt, mit den Kindern in Ihrer KiTa digitales Lernen zu praktizieren?

Hildegard Hadek:

2005 haben wir begonnen, digitales Lernen in unserer KiTa umzusetzen. Wir sind überzeugt, dass schon ein Kindergartenkind heute wissen muss, wie man richtig mit einer Maus umgeht. Das erste Programm, TECHNOlino, kam zu uns durch die Aktion »Familie in Beruf und Leben«. Außerdem halten wir uns an den Orientierungsplan von Baden-Württemberg, nach dem die Medienerziehung stärker berücksichtigt werden soll.

Frage 2

Wie geht das praktisch vonstatten?

Hildegard Hadek:

Zweimal in der Woche beschäftigen wir die Vorschulkinder am Laptop mit einem PC-Malprogramm und einem -Lernspiel. Jedes Kind darf rund zehn Minuten selbstständig an den Computer. Mit einem programmierbaren Stift können die Kinder zum Beispiel im elektronischen Bilderbuch Tiere anklicken und so hören, welche Geräusche das Tier macht.

Frage 3

Haben Sie da auch die Unterstützung der Eltern?

Hildegard Hadek:

Ja, einige Eltern sind mit zur Malprogramm-Schulung gegangen oder leihen sich das Lernspiel auch für zu Hause aus. Nur eine Mutter wollte nicht, dass ihr Kind an der Schulung teilnimmt. Das müssen wir respektieren.

Frage 4

Welchen Vorteil hat das digitale Lernen gegenüber dem sonstigen Lernen in Ihrer KiTa?

Hildegard Hadek:

Das digitale Lernen sehen wir als perfekte Ergänzung zu klassischen Formen des Lernens, wie Lesen oder Malen. Das PC-Lernspiel hat natürlich den technischen Vorteil, dass die Kinder in einem sehr kurzen Zeitraum viele verschiedene Dinge lernen. Zum Beispiel, welche Farben Früchte haben oder welche Blumen im Garten wachsen. Für die Kinder ist das Lernen am PC mit großen Spaß verbunden. Immer, wenn ich komme, freuen sich die Kinder und rufen: »Heute gibt’s wieder PC!«. Wir haben sogar einen Sechsjährigen, der zu Hause Schach am Computer spielt.

Medienkompetenz

Im schulischen Bereich geht es speziell darum, die Medienkompetenz zu fördern. Ziel ist ein offener und zugleich verantwortungsvoller Umgang mit Informations- und Kommunikationstechniken (IKT). Dabei sollten bereits Grundkenntnisse über technische Zusammenhänge wie beispielsweise Algorithmen vermittelt werden und auch erste Einblicke in IT-Berufe gegeben werden. 

Die Ernst-Reuter-Schule in Karlsruhe hat die Medienbildung in ihrem Unterricht bereits heute verankert. Die Schüler vertiefen die Inhalte aus dem Unterricht, indem Sie Video-Tutorials selbst produzieren. Dabei sammeln sie mit viel Spaß erste Erfahrungen in der Medienproduktion sowie mit digitalen Lernmethoden. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Basis-/Anwenderwissen

Ein Schwerpunkt der Berufsausbildung muss es sein, Anwenderwissen für die Steuerung und Programmierung von Maschinen zu vermitteln – insbesondere vor dem Hintergrund umfassend vernetzter Produktionssysteme. Big Data und Datenmanagement sind dabei ebenso wichtige Themen wie die Grundlagen der Informationssicherheit. 

Festo Didactic kooperiert mit der Gewerblichen Schule Göppingen. Gemeinsam wurde eine Lernfabrik 4.0 eingerichtet, in der Schüler Industrie 4.0 erleben und theoretisch Erlerntes praktisch ausprobieren und verfestigen können.

Spezialwissen

An der Hochschule steht das methodische und berufliche Spezialwissen im Vordergrund. Dabei geht es um fachliche Kompetenzen im Bereich der Datenmodellierung von Fabriken, Anlagen oder Maschinen. Ebenso wichtig ist es, ein tiefgreifendes Verständnis für die digitale Transformation und die veränderten Geschäftsmodelle zu schaffen. Das Arbeiten in agilen Organisationen und der Aufbau von individuellen Führungskompetenzen sind weitere wichtige Aspekte. 

Die DHBW Karlsruhe wendet sich mit ihrem E-Learning-Konzept „Unternehmertum Online“ z.B. an Unternehmer oder Existenzgründer. Die Teilnehmer lernen dezentral in virtuellen Teams, besprechen am Bildschirm Lerninhalte und erarbeiten gemeinsam Aufgaben. 

Frage 1

Herr Professor Pfannenschwarz, die DHBW bietet seit 2015 den Studiengang „Unternehmertum ONLINE“ an. Welche Motive standen dahinter?

Professor Dr. Armin Pfannenschwarz:

Dieses Studienformat resultiert aus dem Thema der Digitalisierung. Die Gesellschaft steht derzeit am Anfang des 6. Kondratjew-Zyklus, einer Basis-Innovation mit einer langwelligen Entwicklung von etwa zwei bis drei Generationen. Unsere Forscher-Hypothese: Digitale Vernetzung stellt die nächste Basis-Innovation dar. Diejenigen Unternehmen, die jetzt die digitale Vernetzung am besten für sich umsetzen, werden später vorn sein. Und auch die Hochschulen, die das tun.
Das Motiv, den Studiengang online anzubieten, war also nicht allein die größere Reichweite. Sicher: Unsere Teilnehmer kommen nun aus ganz Deutschland, sind Gründer, Nachfolger in Familienunternehmen und leitende Beschäftigte für ein Management Buy Out. Aber der Kanal „Online“ leitet sich vor allem aus unserer Philosophie ab: Die DHBW lebt von der Präsenzlehre, der direkten Interaktion zwischen Studierenden und Lehrenden in kleinen Gruppen. Auch und gerade online.

Frage 2

Auf welchem didaktischen Konzept fußt der Studiengang? „Online“ bieten doch auch viele Fern-Unis…

Professor Dr. Armin Pfannenschwarz:

Fern-Unis setzen auf Content: Materialien werden eingestellt, bearbeitet und später Wissen dazu abgefragt - also klassisches E-Learning. Wir sehen jeden Teilnehmer unseres Studiengangs als einen individuell Lernenden und praktizieren Online-Lehre im Sinne einer klassischen seminaristischen Präsenzvorlesung. Daher ist unser didaktisches Modell nicht der Massen-Online-Kurs mit 100.000 Teilnehmern, sondern die Live-Videokonferenz mit maximal 30 Teilnehmern. Dadurch erfolgt der Lernprozess ungleich intensiver. Lernen findet nicht alleine statt, das ist ein sozialer Prozess!

Frage 3

Unternehmerische Handlungskompetenz ist ein Qualifikationsziel Ihres Studienganges. Welche Rolle spielt das Verständnis digitaler Geschäftsmodelle für Jungunternehmer in den Lehrinhalten Ihres Studiengangs?

Professor Dr. Armin Pfannenschwarz:

Eine sehr große. Jeder Teilnehmer hat zunächst seine fachliche Kompetenz, auf die wir mit spezifischen BWL-Inhalten aufsetzen. Im Verlauf des dreijährigen Studiums lernen sie aber vor allem, wie sie ihr Unternehmen erfolgreich innovieren und weiterentwickeln. Dazu gehört es auch, digitale Prozesse und Geschäftsmodelle zu kreieren. Die Studierenden müssen z.B. im Rahmen der Prüfungsleistungen ein firmenindividuelles, reales Innovationsprojekt ausarbeiten. Digitalisierung ist also kein isoliertes Thema, sondern durchzieht alle unsere Lernmodule - vom cloudbasierten Belegwesen in der Finanzbuchhaltung über Social Media im Marketing bis hin zum Personalwesen, wo sich Videobewerbungen und -meetings immer stärker durchsetzen.

Frage 4

Nach Ihren bisherigen Erfahrungen: Worin liegt der zentrale Vorteil Ihres Studiengangs für die Studierenden?

Professor Dr. Armin Pfannenschwarz:

Der Studiengang vereint viele positive Aspekte: Neben den offensichtlichen Vorteilen bei der Anfahrt ist er sehr gut kombinierbar mit dem operativen Geschäft der Teilnehmer - die können bis fünf Minuten vor Vorlesungsbeginn noch was am eigenen Schreibtisch erledigen. Unsere Dozenten berichten von einer „Positiv-Spirale“ des Online-Mediums, das zu unserer anfänglichen Überraschung dafür sorgt, dass die Teilnehmer hochkonzentriert arbeiten – selbst wenn im Chat-Bereich zwischendurch ein paar launige Kommentare gepostet werden. Wir erkennen heute, dass Online die Lehre erleichtert. Und schließlich: Die Art des Lernens mit visueller und auditiver Vernetzung macht aus der Lerngruppe eine zusammengehörige, verschworene Truppe, was uns zeigt: Der soziale Faktor ist online genauso abbildbar.

Lebenslanges Lernen

Digitale Kompetenz erwirbt man nicht einmalig, sondern baut sie kontinuierlich aus. Das Stichwort heißt: lebenslanges Lernen. So wie sich IT-gestützte Maschinen und Anwendungen ständig weiterentwickeln, so müssen es auch die Anwender tun. Hier ist ein konsequentes Umdenken gefordert und mehr Flexibilität. Auch die Art und Weise der Weiterbildung ändert sich: Flexibles Lernen mit einem hohen Maß an Selbstmanagement und Eigenmotivation, z. B. bei der Nutzung von virtuellen Bildungsangeboten, sind entscheidend für den Kompetenzaufbau des Einzelnen.

Wie dies in der Praxis gelingen kann, zeigt die Initiative zum „Neuen Lernen“ von SEW-EURODRIVE. Ziel der Initiative ist es, die Mitarbeiter für lebenslanges Lernen zu sensibilisieren und dem wandelnden Arbeitsumfeld Rechnung zu tragen. Das „Neue Lernen“ umfasst u.a. die internationale Einführung der digitalen Lernplattform „LearningBase“, die es den Beschäftigten erlaubt, zeit- und ortsunabhängig zu lernen und das eigene Lernen zu gestalten und zu organisieren.

Des Weiteren baut SEW-EURODRIVE die Lernmöglichkeiten weiter aus und bietet in der eigenen Akademie digitale Lernmethoden an. Hier können die Lerninhalte weltweit verteilt und von den Mitarbeitern flexibel in ihren Arbeitsalltag integriert werden.

Um die Mitarbeiter bei der Veränderung der Lernkultur zu begleiten, entstand das E-Learning „Lernen lernen“. Es berücksichtigt vier Lerntypen: den „Entdecker“, den „Praktiker“, den „Denker“ sowie den „Entscheider“, und erläutert die unterschiedlichen Lernstile.

Flexible Arbeit

Flexibilitätscheck Arbeitszeit

Flexible Arbeitszeitmodelle haben sich in vielen Branchen unserer Wirtschaft bereits etabliert. Die Digitalisierung und ihre Technologien wecken bei den Beschäftigten neue Wünsche zur Dauer und zum Ort ihrer Arbeit. Die Arbeitgeber stellt dies in vielen Branchen vor große Herausforderungen, wie unsere Beispielfälle zeigen:

Schraube
Schraube
Schraube
Schraube
Schachfigur-Läufer

Wer springt ein?

Schachfigur-Königin
Chemie
Hotel
Bank
Bau

Hartmut (63) ist als Schichtmeister in einem mittelständischen Chemieunternehmen am Hochrhein beschäftigt. Er organisiert die Schichtbesetzung, legt die Aufgaben fest und stellt die Auslastung, Leistung und Produktqualität sicher. Aufgrund seines fortgeschrittenen Alters möchte er sein Arbeitsvolumen reduzieren und vereinbart mit seinem Arbeitgeber das Modell RV 80 (= Reduzierte Vollzeit - 80 Prozent) als flexiblen Übergang in den Ruhestand. Dabei verringert sich seine Wochenarbeitszeit um einen Arbeitstag von 7,5 Stunden. Die lebensphasenorientierte Arbeitszeitgestaltung ermöglicht es Vollzeitbeschäftigten bei entsprechender Einigung mit ihrem Arbeitgeber, ihre Arbeitszeit während bestimmter Lebensphasen ohne Lohneinbußen auf 80 Prozent zu reduzieren. Finanziert wird die Arbeitsreduzierung ggf. über den Demografiefonds der Chemischen Industrie, über dessen Zuteilung die jeweiligen Betriebsparteien verhandeln.

Stellvertreter
Zeitarbeitnehmer
Keiner, stattdessen mehr Kompetenz bei den Vorarbeitern

Naheliegende Lösung

Der stellvertretende Schichtmeister könnte kurzfristig einen Teil von Hartmuts Aufgaben ohne zusätzliche Einarbeitung übernehmen. Dennoch sind 20 Prozent zusätzliche Arbeitszeit nicht so einfach kompensierbar. Daher muss mittelfristig eine personelle Alternative in dieser Schlüsselposition des Schichtbetriebs gefunden werden, damit auch künftig ein Stellvertreter zur Verfügung steht bzw. eingearbeitet wird.

Unattraktiv

Hartmuts Arbeitspensum kann zumindest vorübergehend auch durch eine entsprechend qualifizierte Fachkraft einer Zeitarbeitsfirma übernommen werden. Dies kommt insbesondere in Betracht, sofern kein Stellvertreter vorhanden und kurzfristiger Ersatz notwendig ist. Doch ein einziger Arbeitstag pro Woche erscheint Zeitarbeitnehmern we